Erfolg folgt der Aufmerksamkeit

Erfolg folgt der Aufmerksamkeit

Wir sehen das, worauf wir unseren Fokus legen – ähnlich wie bei einer Kamera. Der Schlüssel ist folgender: Wenn du deine Aufmerksamkeit auf einen Aspekt der Welt lenkst, hast du für die anderen Dinge nur noch eine begrenzte Aufnahmefähigkeit. Wir nehmen also nur die Dinge wahr, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten. Das Problem ist, dass wir dabei oft Dinge herausfiltern, die uns eine größere Auswahl an Möglichkeiten bescheren würden.

Worauf legen wir unsere Aufmerksamkeit?

Auf unsere positiven Eigenschaften, auf unsere besonderen Fähigkeiten und auf Stärken, die wir nutzen wollen? Leider nein. Es ist so, als ob wir eher darin trainiert wären, nur das Schlechte, Schwierige, die Fehler und die Schwächen zu sehen. Das fällt uns irgendwie leicht. Unsere Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte – auf Stärken, Erfolge, Freude und Leichtigkeit zu richten ist dagegen eine richtige Herausforderung. Und allzu schnell kippen wir wieder in den alten Modus. Werden wir gefragt was unsere Schwächen sind, haben wir im nu ein paar gewichtige Unzulänglichkeiten parat. Werden wir nach unseren Stärken gefragt, nach dem was uns einzigartig macht, herrscht meist nachdenkliches Schweigen. Wir haben dazu einen kleinen Versuch gestartet und Menschen zu ihren Stärken befragt.

Doch warum ist das so?

Warum richten wir unsere Aufmerksamkeit viel eher auf Dinge die wir nicht können anstatt auf unsere Stärken?

Dazu hilft ein Blick zurück in die Schulzeit. Als ich die Schulbank drückte, war das wichtigste Werkzeug der Lehrerinnen und Lehrer der Rotstift. Damit wurden Fehler markiert – Dinge die nicht gut bzw. nicht gut genug gemacht wurden. Das alleine wäre nicht das Problem. Es ist notwendig Fehler zu machen und Hinweise zu bekommen, wie man sich verbessern kann. Leider beschäftigen sich unsere LehrerInnen jedoch zu 80 Prozent mit dem, was Kinder nicht können. Und so bleibt für die Förderung ihrer Stärken und Talente nur wenig Zeit. Wäre es nicht schön, wenn auch mehr grüne Farbe in den Heften der Kinder zu sehen wäre?

Auch am Arbeitsplatz liegt der Fokus häufig auf den Schwächen der MitarbeiterInnen und beim Wort „Feedback“ zucken die MitarbeiterInnen zusammen, denn meist wird darunter Kritik verstanden. Und so entstehen dann auch Verhaltensweisen, die in Sprichworte wie „nicht geschimpft ist genug gelobt“ münden. Immer noch halten viele Führungskräfte dieses Prinzip für ein taugliches Mittel der Mitarbeiterführung. Dabei ist klar, dass nichts motivierender ist als die Anerkennung der Person und einer erbrachten Leistung.

Wie bekomme ich nun meine Aufmerksamkeit auf Stärken?

Dafür gibt es drei sehr kraftvolle Prozesse:

Symbol Achtsamkeit
Achtsamkeit

Reflektion
Reflektion

Symbol Feedback
Feedback

1. Achtsamkeit

Achtsamkeit ermöglicht die Konzentration auf das Wesentliche in einem Alltag der immer schneller und komplexer wird. Wenn es dir gelingt, folgende Fragen richtig anzuwenden, ist es möglich den Fokus auf deine Stärken zu lenken. So kannst du deinem Leben mehr Freude, Erfolg und Erfüllung verleihen.

  • Wo ist meine Aufmerksamkeit gerade jetzt? (Nimm dir immer wieder bewusst Zeit und achte darauf wo deine Aufmerksamkeit gerade ist)
  • Wo könnte meine Aufmerksamkeit sein? (Überlege dir, welchen Dingen du Aufmerksamkeit schenken könntest. Es gibt Tausende von Möglichkeiten wo du deine Aufmerksamkeit hinlegen könntest)
  • Wo möchte ich, dass meine Aufmerksamkeit ist? (Triff eine bewusste Entscheidung, wohin du deine Aufmerksamkeit lenkst!)

Das sind drei einfachen Fragen, die alles verändern können. Wenn du deine Ausrichtung veränderst – weg von den eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten hin zu den positiven Eigenschaften und Stärken – verändert sich auch das Ergebnis.

 

2. Reflexion

Reflexionsprozesse ermöglichen es, brachliegende Potenziale zu erkennen, zu nutzen und Kompetenzen zu fördern. Können sich Menschen ihren Stärken entsprechend (im Unternehmen, in der Schule, in der Freizeit) einbringen, werden Individualität, Kreativität und auch Leistung gefördert.

Hier ein paar Tipps, die dir beim Reflektieren über deine Stärken helfen können:

  • Gehe zurück in deinen Erinnerungen und suche nach Ereignissen, wo du Probleme lösen musstest und Erfolgserlebnisse hattest: Welche Stärken hast du damals in dieser Situation eingesetzt?
  • Beobachte, welche Dinge dir einfach von der Hand gehen und dir Freude machen
  • Achte auf die Situationen, wo du bei anderen Menschen ungeduldig wirst, wenn diese etwas nicht so gut können – auch das kann ein Hinweis auf eine Stärke sein

 

3. Feedback

Positives Stärken-Feedback ist einer der meist unterschätzten Erfolgsfaktoren. Gelingt es eine positive und konstruktive Feedback-Kultur zu etablieren, entstehen automatisch wertschätzende Beziehungen in Teams – auch über Hierarchien hinweg – die von Transparenz und Eigenverantwortung geprägt sind. Es geht dabei nicht darum, dass alle “beste Freunde” werden, sondern darum, dass den Fähigkeiten, Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen der Mitmenschen Beachtung geschenkt wird. Auf einer derartigen Basis kann Zukunft entstehen.

Wie sollte positives Stärken-Feedback gegeben werden?

  • direkt: Feedback sollte direkt und nicht anonym sein. Eine offene Feedbackkultur kann nicht auf Basis von anonymen Rückmeldungen entwickelt und gelebt werden. Wer seinem Vorgesetzten, einer Kollegin oder einem Freund Feedback nicht direkt gibt, der sollte besser schweigen.
  • konkret: Feedback sollte nie vage, sondern stets konkret sein. Allzu pauschale Aussagen helfen niemandem und es lassen sich auch keine sinnvollen Handlungen ableiten.
  • ehrlich: Positives Feedback bringt nur dann etwas, wenn es auch wirklich ehrlich gemeint ist
  • persönlich: Am besten man beschreibt was einem persönlich aufgefallen ist

Direktes, positives Feedback löst beim gegenüber Emotionen aus, und genau darum geht es. Probiere es aus und gib einer Freundin oder einem Kollegen positives Feedback zu seinen Fähigkeiten und zu seiner Persönlichkeit. Sag der Person was du an ihr schätzt und beobachte was passiert.

 

Was bringt es die Aufmerksamkeit auf Stärken zu lenken?

Deine persönlichen Stärken genau zu kennen und bewusst – z.B. in deinem Job einzusetzen, wird nicht nur Deine Produktivität und damit auch Deine Leistung steigern. Es gibt eine Menge Vorteile, die entstehen, wenn du deine Stärken kennst und auch einsetzt:

  • Du hast mehr Spaß
  • Du hast mehr Erfolg (inneren und äußeren)
  • Du bist viel selbstbewusster
  • Du hast bessere Beziehungen (speziell durch positives Feedback)
  • Du willst dich stetig weiterentwickeln
  • Du bist stolz auf das, was du machst
  • Und das Beste – es fühlt sich nicht wie Arbeit an

Nur dorthin, wohin wir unsere Aufmerksamkeit fokussieren, kann die Energie fließen. Nur dort kann sie gestalterisch für uns tätig werden. Unsere ungeteilte Aufmerksamkeit und der Glaube an uns selbst können die gestaltenden Kräfte aktivieren. Dann sind wir auch authentisch und wer wirklich zu sich und seiner Persönlichkeit steht, kann dauerhaft wirken, erscheint sympathisch und besitzt Charisma – eine Eigenschaft, die sowohl im Privatleben als auch im Job von entscheidendem Vorteil sein kann.

Wenn du immer noch nicht restlos überzeugt bist, dann mache folgendes Experiment:

Nimm dir für die nächsten 48 Stunden vor, Schmetterlinge zu zählen, die du siehst. Deine Absicht ist also, möglichst viele dieser wundervollen Tiere zu entdecken. Mit dieser Absicht gibst du deinem Gehirn quasi einen Suchauftrag. So als würdest du googeln.

Wie viele gelbe Schmetterlinge hast du gesehen? Maile uns, wir sind gespannt auf dein Ergebnis!

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Und so verhält es sich mit allem: Gib deinem Gehirn mit einer bewussten Absicht einen Suchauftrag, und dann wirst du das auch wahrnehmen, erleben und in dein Leben ziehen.

Lenke deine Aufmerksamkeit auf deine Stärken und du wirst stark sein!

Über den Autor

Innovation fasziniert mich und löst Begeisterung in mir aus. Und das schon mehr als 15 Jahre. Dabei spielt es keine Rolle ob im privaten oder beruflichen Kontext, noch ob ich Initiator, Unterstützer oder Begleiter von Innovationen bin. Der Mehrwert für Mensch und Gesellschaft muss für mich dabei aber immer erkennbar sein.

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