Sinn im Job – alles Blödsinn, oder was?

Wie startet man in ein Thema, das so groß und so abstrakt erscheint? Am besten mit einer Vereinfachung. Was ist also der Sinn des Lebens?

LEBEN.

Vermutlich brauchst du jetzt einen Moment, um das ein wenig wirken zu lassen – nimm dir die Zeit! So ist es mir auch gegangen 😉

Wenn der Sinn des Lebens also leben an sich ist, wie schaut es dann mit dem Sinn in der Arbeit aus? Das müsste dann ja „arbeiten“ sein?! Da aber sehr viele unter uns ihren Job lediglich als Broterwerb betrachten, ist es mit der Sinnerfüllung oft nicht sehr weit her. Oder wie es in einer Gallup-Studie heißt: Nur einer (!) von acht Mitarbeitern fühlt sich seiner Tätigkeit psychologisch verpflichtet und leistet mit großer Wahrscheinlichkeit positive Beiträge zum Unternehmenserfolg. In einer anderen Studie heißt es, dass jede/r zweite bereit ist den Job zu wechseln, sollte sich die Gelegenheit ergeben. Entsprechen diese Aussagen tatsächlich der Situation am Arbeitsmarkt, dann ist die Sinnfrage vielleicht doch eine sehr legitime Frage.

Nicht nur die Vertreter der vielzitierten Gen Y hinterfragen ihre Jobs und Arbeitgeber. Etwas zu tun, das einen höheren Sinn hat als nur die Miete zu sichern, ist auch für „X“ und „Z“ und die Babyboomer wichtig. Die permanenten Veränderungen in der Arbeitswelt führen außerdem dazu, dass der Berufsweg immer weniger planbar wird. Gleichzeitig steigt die Lebensarbeitszeit und es wird immer wichtiger, den Job an die Bedürfnisse der jeweiligen Lebensphase anzupassen.

Wie schaut es mit dem Sinn in deinem Berufsleben aus? Am Ende des Artikels findest du einen Link zum Sinn-im-Beruf Quickcheck, der dich mehr wissen lässt. 

 

Die Frage nach dem Sinn – einfach oder kompliziert?

Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass Sinn im Berufsleben eine wichtige Komponente ist (und werden das dann auch noch näher erläutern). Viele werden hier wahrscheinlich auch zustimmen und versuchen deshalb die eine oder andere Initiative, um der eigenen Arbeit Sinn zu verleihen. Warum bleiben so viele Initiativen, Sinn ins Arbeitsleben zu bringen, jedoch sinnlos?

Das liegt daran, dass ob wir einer Tätigkeit, einer Sache, einer Situation, einem Gedanken oder einem Gefühl Sinn geben oder nicht, letztendlich nur bei uns selbst liegt. Es ist eine Sache unserer eigenen Bewertung. Oft gehen wir aber davon aus, dass andere – der Arbeitgeber, der Freund, der Vater, usw. – dafür zuständig sind, uns Sinn zu geben. Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Mensch macht seine eigenen Erfahrungen. Ob etwas Sinn macht oder nicht, sieht deshalb für jeden Menschen anders aus. Was für den einen Sinn macht, kann für einen anderen Menschen völlig sinnlos sein. Sinn ist somit nichts allgemein Gültiges – es geht um die Einzigartigkeit und Einmaligkeit jeder Person.

Wenn Sinn für jeden Einzelnen anders aussieht, wird’s wohl diesmal nichts mit den „5 geheimen Regeln“, die Sinn in dein Leben bringen. Somit scheint das mit dem Sinn schon etwas kompliziert zu sein, nicht wahr?

Doch eigentlich kommt es ja gar nicht darauf an, eine allgemeine gültige Antwort auf die Frage nach dem Sinn zu finden, sondern vielmehr darauf, dass du herausfindest, was dein persönlicher Sinn des Lebens ist! Und das ist letzten Endes wieder simpel. Der Sinn des Lebens ist nämlich der, den du ihm gibst.

Wo beginnt die Suche nach dem Sinn?

Wenn du dich jetzt auf die Suche nach dem Sinn machst, solltest du schon wissen, dass man Sinn nicht irgendwo am Straßenrand finden kann. Sinn kannst du deinem Leben nur selbst geben. Dein Sinn des Lebens sollte auch niemals von anderen abhängig sein, sondern du selber solltest wissen, warum du hier bist. Suchst du die Antworten nach dem Sinn also im Außen, ist die Trefferwahrscheinlichkeit sehr gering. In diesem Zusammenhang muss ich immer an den mehrfach verfilmten Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ des englischen Autors Douglas Adams denken. Im Roman ist „42“ die von einem Supercomputer nach einigen Millionen Jahren Rechenzeit gegebene Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens (“life, the universe and everything”). Natürlich konnten die Protagonisten mit dieser Antwort nichts anfangen. Und so kannst auch du vermutlich nichts damit anfangen, wenn ein anderer dir deinen Sinn zu erklären versucht.

Verlagerst du die Suche in dein Inneres und erkennst deine Einzigartigkeit, stehen die Chancen gar nicht so schlecht deinem Sein, Tun und Haben einen Sinn zu geben. In einer Zeit, in der so vieles möglich ist, kann das eine große Herausforderung sein. Überall gibt es Tipps, Ratschläge, Best Practice, usw. wie du dein Leben leben sollst. Du bist aber nicht verpflichtet allen Möglichkeiten nachzulaufen. Viel besser ist es für dich, dir Zeit zu nehmen zum Reflektieren – über die Dinge, die dir wichtig sind, über deine Persönlichkeit und über deine Stärken.

 

Muss man um Sinn zu finden immer gleich die Welt retten?

Nein. Oft erscheinen vielen Menschen nur noch Tätigkeiten, die die Welt im großen Stil verändern, als sinnvoll. Kriege beenden, das Medikament erfinden, das Krebs heilt oder ein Raumschiff bauen. Alles darunter ist zu wenig.

Doch wie schon weiter oben beschrieben, ob wir einer Tätigkeit Sinn geben oder nicht, liegt letztendlich nur bei uns selbst.

Ich möchte an dieser Stelle nicht sagen, dass es nicht gut sei, sich hohe Ziele zu setzen und sich weiterzuentwickeln – ganz im Gegenteil. Doch wenn alles alltäglich, banal und „sinnlos“ erscheint, dann wird es Zeit, dich zu fragen, ob es wirklich deine Aufgabe ist ein Medikament zu erfinden oder Kriege zu beenden.

Wir sollten nicht wie selbstverständlich davon ausgehen, dass Arbeit die Aufgabe hat, uns einen Lebenssinn zu schenken. Überlegt man aber einmal, wie viel Lebenszeit wir mit und in der Arbeit verbringen, macht es allerdings das Leben sehr viel angenehmer, einer Tätigkeit nachzugehen, hinter der man wirklich steht und die einen erfüllt. Wie schon Konfuzius sagte: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“

 

Wie entsteht nun aber Sinn?

Sinn macht Arbeit immer dann, wenn 3 Dinge übereinkommen. Das sind Talent, Leidenschaft und Resonanz aus deinem Umfeld. Das heißt: Du musst deine eigenen Talente, Fähigkeiten, Erfahrungen und Kompetenzen in der Arbeit auch wirklich einsetzen. Dann heißt es zu erkennen wofür du brennst, was dir wichtig ist: Deine Werte, deine Interessen, deine Träume und deine Leidenschaft! Und dann braucht es noch Resonanz, also die Anerkennung und Wertschätzung für dich und deine Arbeit. Entscheidend ist die Überlappung dieser Felder. Es nützt wenig deine Talente und deine Motivation in einem Umfeld einzusetzen, das deine Leistungen nicht anerkennt. Genau das erlebe ich aber immer wieder. Talentierte, motivierte Menschen, die ihr Bestes geben, die förmlich brennen für ihren Job, aber nie die Anerkennung bekommen, die sie sich verdient hätten. Wenn das bei dir auch so ist, befindest du dich definitiv am falschen Spielfeld. Genauso macht es keinen Sinn, deine Talente in einem Bereich einzubringen, der dir nur wenig Freude bereitet oder der dir nicht wichtig ist. Ein guter Ansatz ist hier ein Abgleich der persönlichen Werte, mit denen die das Unternehmen verkörpert. Passen diese in hohem Maße überein, sind das die besten Voraussetzungen, dass du morgens gerne aufstehst. Natürlich solltest du beruflich auch etwas machen, das du wirklich gut kannst. Leidenschaftlich gerne Tennisspielen ist voll o.k. Deinen Lebensunterhalt damit zu verdienen ist aber dann doch eine andere Sache.

Wie viel Sinn siehst du in deinem Job?

Sinn im Job sorgt für einen starken inneren Antrieb. Wenn du mit Herzblut bei der Sache bist und dich mit deinen Ideen einbringen kannst, läuft es einfach besser. Passen deine Fähigkeiten sowie deine Motivation und deine Werte optimal mit dem Bedarf deines Arbeitgebers zusammen, bist du nicht nur motiviert, sondern erreichst auch deine volle Leistungsfähigkeit.

Wie schaut es aber nun bei dir aus mit dem Sinn?!

Gehst du jeden Tag mit Freude und voller Erwartung zur Arbeit? Wird deine Arbeit wertgeschätzt? Hast du das Gefühl einen Beitrag zu leisten?

Unter folgendem Link findest du einen kurzen Check, wie es mit dem Sinn in deinem Arbeitsleben aussieht. Probier´ es aus – in nur 3 Minuten weißt du mehr!

Sinn im Beruf – Quickcheck
Über den Autor

Innovation fasziniert mich und löst Begeisterung in mir aus. Und das schon mehr als 15 Jahre. Dabei spielt es keine Rolle ob im privaten oder beruflichen Kontext, noch ob ich Initiator, Unterstützer oder Begleiter von Innovationen bin. Der Mehrwert für Mensch und Gesellschaft muss für mich dabei aber immer erkennbar sein.

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