Nur wenn du zu 100% hinter deiner Sache stehst funktioniert´s!

Robert Comploj Glaskünstler Portrait

Geht nicht gibt’s nicht. Es gibt keine Probleme, sondern immer nur Lösungen.

Erfolgreich mit etwas das „nicht geht“

Robert Comploj, Glaskünstler

In der Glashütte Comploj am Gelände der Spinnerei in Traun heißt uns ein lockerer Tiroler mit lässigem Spruch willkommen. Schnell ist klar, dass dieser junge Glaskünstler immer nach vorne schaut und nicht nur sein Handwerk liebt, sondern vor allem stets die Herausforderung sucht. „Ich wähle wahrscheinlich einfach immer gern den schwierigen Weg“, schmunzelt er.

Von Anfang an haben alle zu ihm gesagt: Vergiss es, das wird nie etwas. Das mit dem Glasblasen geht nicht mehr – die Zeiten sind vorbei! Doch er hat gesagt: „Ich mache weiter!“

Nach 3 Jahren in seiner Glashütte – die Schauwerkstatt, Atelier und Galerie zugleich ist – kann er heute sagen: Cool, es funktioniert!

Sein Handwerk hat er bei den großen Glasmeistern von Murano gelernt. Nach wertvollen Lehrjahren in Nordamerika, Dänemark und England kehrte er zurück nach Österreich, wo er die Glasbläserszene mit innovativen Fertigungstechniken und Experimenten in Form und Struktur aufmischt – einem fast „punkigen“ Zugang zum Handwerk wie er es nennt.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Red Bull 2015 auf ihn zukam, um das berühmte Firmen-Markenzeichen aus Glas nachzubauen, entstanden ist ein Stier aus 1.340 Glaskugeln. Vor Kurzem hat Robert mit seinem Team auch ein hochsensibles Instrument realisiert – eine filigrane Glasharmonika.

Immer neue Ziele stecken

Auf die Frage was ihn an seinem Beruf so fasziniert antwortet er nach kurzer Denkpause: Natürlich ist es auch das Handwerk an sich: „Du bist einfach nie ausgelernt und hast einen herausfordernden flüssigen Werkstoff, aus dem du in kürzester Zeit etwas kreierst. Aber zuerst ist es das Erlernen dieses Berufs, dann ist es das Gründen einer Firma, danach ist es das Eröffnen einer Galerie – es hat alles seinen Reiz. Du musst dir immer neue Ziele stecken und Herausforderungen suchen – darin liegt der Erfolg.“

Offen für die Welt

So war der Glaskünstler nicht immer. Mitte zwanzig als viele schon ihren Doktor oder Master hatten, ging es ihm nur ums Reisen. Ihn interessierte wie Firmen in unterschiedlichen Ländern geführt werden. „Ich bin still daneben gesessen, habe aufgesaugt und beobachtet wie wer was vermarktet und verkauft, eigentlich unbewusst. Im Nachhinein gesehen, haben mich die unterschiedlichen Herangehensweisen geprägt und ich wusste für mich später genau wie ich was machen möchte.“  Wenn er jungen Suchenden da draußen etwas mitgeben könne, wäre es „das offen und neugierig sein.“ Für ihn geht es darum, nie nur „die eigene eingeschlagene Schiene zu verfolgen, sondern zu experimentieren und offen für Veränderungen zu sein.“

Doch das Wort Berufung ist ihm zu „heavy“. Er sieht das Ganze vielmehr als Spiel. „Es ist einfach cool, dass es funktioniert ein Unternehmen zu gründen, zu schauen welche Wege man einschlagen kann, wie man was verkaufen kann usw.“

Vom Innehalten und weitergehen

„Wenn du dir vorstellst, du musst 40 Jahre lang arbeiten, dann muss es zumindest etwas sein das dir zusagt. Irgendetwas anderes kann ich immer noch machen.“ Doch leicht war es wahrlich nicht. „Ohne meine Kinder würde es meine Firma heute nicht geben – den Druck zu wissen, ich muss es jetzt schaffen für meine Familie Geld damit zu verdienen, habe ich gebraucht.“ Natürlich braucht es eine ordentliche Portion Mut und vor allem Motivation und Durchhaltevermögen. „Du musst immer wieder aufstehen, nach vorne schauen. Das kostet Kraft, aber diese Energie hole ich mir von meiner Arbeit – beim Glasblasen tanke ich auf.“ Egal was gekommen ist, er hat nicht „gejammert, sondern immer weitergemacht, nach Lösungen gesucht. Geht nicht, gibt’s bei mir nicht.“

Neben dem „voll reinhauen“ wie Robert sagt, gehört für ihn auch das „träumen und vordenken wie es in einigen Jahren für dich ausschauen soll“ zum Erfolgsrezept. „Immer wieder kurz analysieren und in dich reinhorchen – das hilft.“

Wie so viele andere 14-Jährige ist der Tiroler zuerst einfach in die Fußstapfen der Familie getreten und hat Tischler gelernt. Als er danach noch immer nicht so genau wusste was er wollte kam vom Vater der uns allen bekannte Satz: „Dann machst halt einmal die Matura, die kannst immer brauchen.“ Gesagt getan: Robert hat einfach die kürzeste Möglichkeit zur Matura zu kommen gesucht und ist in die Glasfachschule Kramsach gegangen. Die „beste Idee ever“ – was er damals noch nicht wusste. „Ich bin dort hineingestolpert und habe einige Glasblaskurse belegt. Ich habe beim Tun und Ausprobieren meine Leidenschaft entdeckt. Du weißt oft nicht was in dir schlummert, du musst es einfach herausfinden indem du immer neue Dinge ausprobierst. Was soll schon passieren?“