Es überlegen sich einfach viel zu wenige, was ihnen wirklich wichtig ist!

Rupert Simoner Portrait

Wenn ich heute nachdenke, welche Probleme morgen auf mich zukommen könnten, schneide ich zuviel von meinen Träumen und Visionen ab!

Hör auf zu arbeiten, dann fängt Karriere richtig an

Rupert Simoner, CEO Vienna House

Rupert Simoner kann sich an den Moment, als ihm bewusst wurde, dass er genau das Richtige für sich gefunden hat noch gut erinnern: Der heutige Vorstandschef des größten österreichischen Hotelbetreibers stand damals in einer Hotellobby in China und ihm ging wie er sagt „einfach ein Licht auf“:

„Ich verstand plötzlich warum und wie alles ineinandergreift. Ich sah, dass die Summe der Einzelteile größer ist als das reine Addieren. Und mit einem Mal wurde mir bewusst, wie groß die Möglichkeiten in der Hotellerie sein können, weit darüber hinaus was bisher angeboten wurde. Genau dieses facettenreiche Business war maßgeschneidert für mich, genau das will ich seither in die Welt bringen.“

Der gebürtige Kärntner hatte zwar schon immer eine genaue Vorstellung von dem was er machen möchte, aber wie er diesen Weg erreicht wurde ihm erst an diesem Tag klar. Seither hat er „aufgehört zu arbeiten“ und von diesem Moment an lief alles „wie von selbst“.

Probieren geht über Studieren

„Die Hotellerie war nicht von Beginn an genau das was ich machen wollte“, erzählt uns Rupert Simoner. Er hatte im elterlichen Gastbetrieb auch gesehen, wie hart das Geschäft sein kann. Deshalb hielt er sich nach der Tourismusfachschule immer die Option offen, Meeresbiologie zu studieren, um seinen Beruf mit etwas zu verbinden das ihm Spaß macht.

Doch es kam anders. Zuerst ging der leidenschaftliche Sportler in jungen Jahren nach Zentralamerika um eine Tauchschule zu eröffnen. Denn das Schlimmste was laut ihm passieren könne war, dass er „eine tolle Zeit hat und mit einem Flugticket und tollen Erfahrungen wieder nach Hause kommt.“ Aber Simoner kam nicht zurück, sondern nutzte das Angebot, für eine Hotelkette nach Asien zu gehen.

Folgenden Grundsatz hat er sich damals mitgenommen: „Ich bin ungebunden und frei, und das ist der Mensch meiner Meinung nach bis ins hohe Alter. Ein Haus kann man verkaufen, Kinder und Familie mitnehmen. Ich frage mich oft, was so schwierig daran ist, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen?“

Wissen, wo du hin willst

Der erfolgreiche Hotelmanager hat dem Teil, der schiefgehen könnte niemals annähernd so viel Bedeutung zugemessen als jenem, der sich erfüllen könnte. Und so führte ihn sein Weg in der Hotellerie steil nach oben an die Spitze, die er sich selbst immer vorgestellt hat: Generaldirektor eines Hotels zu sein. In den Jahren als Generaldirektor, und bis heute, ließ es sich Simoner nie nehmen, mit jedem Mitarbeiter, bevor er ihn einstellte, selbst ein Gespräch zu führen. Jedem stellte er die eine gleiche Frage: „Was stellen Sie sich in ihrer Zukunft vor, wohin soll die Reise gehen?“ Er war überrascht wie oft er die Worte „Ich weiß es nicht“ hörte.

„Es überlegen sich einfach viel zu wenige, was ihnen wirklich wichtig ist, um das Berufsleben dann um die eigenen Stärken herum aufzubauen. Ich selbst habe mir immer wieder qualitative Zeit gegeben, um mich zu fragen was ich eigentlich will.“ Der Punkt sei, dass in der heutzutage viel zu großen Auswahl viel zu wenig Unterstützung vorhanden sei. „Dabei geht es nicht zuletzt um Talentfindung in den Schulen, wo junge Menschen darauf zugeführt werden sollen, was ihnen Freude macht und nicht womit sie viel Geld verdienen.“ Auch die „Unterstützung und Begleitung“ junger Talente im Arbeitsleben sei das „um und auf“, so Simoner.

Trotzdem muss einem bewusst sein, dass es „nur einen gibt der seine Karriere bestimmt und das bist du selbst.“ Dabei wäre es im Nachhinein gesehen aber wichtig gewesen, „sich Feedback von allen Seiten einzuholen, nicht nur vom Vorgesetzten sondern auch von Freunden oder Mitarbeitern und Kollegen. Ich habe erst später gelernt, wie wertvoll ehrliches Feedback ist.“

Was Erfolg bringt

Seinen Erfolg führt Simoner vor allem auf zwei Dinge zurück: Zum Einen, dass er seinen Beruf immer als Berufung angesehen hat und alles stets so angegangen sei, als ob er selbst der alleinige Eigentümer des Unternehmens wäre. Zum Anderen spricht der Hotelmanager vom Begriff „hard working“. Allerdings betont er, damit nicht zu meinen, „von Montag bis Sonntag bis spät in die Nacht hinein zu arbeiten“, denn auch er brauche seine „acht Stunden Schlaf und Zeit, um in Ruhe nachzudenken.“ Vielmehr gehe es darum seine Arbeit so zu erledigen, dass sie den eigenen Anspruch erfüllt. Dem fügt er schmunzelnd hinzu, dass er seine Ansprüche immer sehr hoch gehalten hätte.

In Sachen Erfolg erinnert sich Simoner aber auch an einen Rat dem ihm ein sehr guter Freund mitgegeben hat: „Umgebe dich nur mit den Besten und suche dir die richtigen Leute aus.“ Wie wenige dies wirklich beherzigen wurde ihm erst mit den Jahren bewusst. „Mir ging es nie darum, selbst in der Sonne zu stehen, sondern Menschen voranzugehen, die hinter meinen Ideen stehen und diese mittragen weil sie darauf Einfluss haben.“ Und so kann ich heute sagen, dass für mich neben der persönlichen und unternehmerischen Freiheit das Schönste an meinem Beruf ist, starke und gute Leute um mich zu haben und sie zu fördern.

Einen Rat gibt uns der erfahrene Hotelmanager für junge Leute bei ihrer Suche nach dem Traumjob mit auf den Weg: „Lass das Materielle zuerst beiseite und konzentriere dich auf das woran du wirklich Freude hast. Sei dir dessen bewusst, wo deine Stärken liegen. In etwas worin du nur mittelmäßig bist, wirst du nie den großen Erfolg landen. Stehe dabei zu dir, trage keine Masken und bilde dir deine eigene Meinung! Dann wird sich auch dein gewünschter Erfolg wie von selbst einstellen!“